Aktuelle Neuerscheinungen 2012

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NOHEJL, Regine; SETZER, Heinz (Hrsg.): Anton P. Čechov - der Dramatiker. Drittes internationales Čechov-Symposium Badenweiler im Oktober 2004. München - Berlin, 2012. ISBN 978-3-86688-230-0. Geb., 642 S., 69,80 Euro, (Best.Nr. 9092Bei Kubon & Sagner bestellen)

Der Band enthält 70 Beiträge einer internationalen Konferenz, die 2004 aus Anlass des 100. Todestags Anton Čechovs in Badenweiler/Schwarzwald stattfand und vermittelt einen repräsentativen Überblick über verschiedene Ansätze der Čechov-Forschung. Neben klassischen Struktur-, Motiv- und Genreanalysen wird Fragen der Intertextualität ein breiter Raum gewidmet, wobei sich überraschende neue Einsichten in die Dichte und Vielfalt der intertextuellen Vernetzung von Čechovs dramatischem Schaffen ergeben. Ein weiterer Schwerpunkt des Bandes liegt auf der Rezeptions- und Aufführungsgeschichte von Čechovs Dramen. Hier finden sich historische Überblicksdarstellungen ebenso wie aktuelle Momentaufnahmen, die im Westen gekennzeichnet sind von der Auseinandersetzung um den Stellenwert des Regietheaters, in Russland und anderen ost- und mitteleuropäischen Ländern darüber hinaus durch die Suche nach neuer kultureller Identität nach dem Ende des Kommunismus. Gemeinsam mit den bisherigen Sammelbänden (Werk und Wirkung, Wiesbaden 1990; Philosophische und religiöse Dimensionen im Leben und im Werk, München 1997) ergibt sich ein umfassender Einblick in die Geschichte der Erforschung von Čechovs Dramen.

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KARL, Katrin Bente: Bilinguale Lexik. Nicht materieller lexikalischer Transfer als Folge der aktuellen russisch-deutschen Zweisprachigkeit. München - Berlin, 2012. ISBN 978-3-86688-240-9. Br., 387 S. mit Tab.- und Abbildungsverz. sowie CD-ROM, 49,80 Euro, (Best.Nr. 7015, eBook (PDF)Bei Kubon & Sagner bestellen)Leseprobe

Was ist das Besondere an bilingualer Lexik? Während Entlehnungen und Code-Switching in der bisherigen Forschung breit untersucht wurden, widmet sich die vorliegende Arbeit einem Desiderat und untersucht ausführlich die theoretische und empirische Natur nicht materieller lexikalischer Transfers (u.a. auch bekannt als Calques) bezogen auf die aktuelle Kontaktsituation des Russischen mit dem Deutschen. Im Theorieteil der Arbeit erfolgt eine Abgrenzung möglicher Kontaktphänomene und eine Subklassifizierung der nicht materiellen lexikalischen Transfers in insgesamt fünf Kategorien. Im empirischen Teil werden ein umfangreiches bilinguales Korpus, bestehend aus spontaner mündlicher Kommunikation sowie schriftlicher Sprachproduktion, ausgewertet und Ergebnisse einer computerunterstützt durchgeführten Bewertungsaufgabe präsentiert. Wo in dem einen Teil die realen Vorkommen im Vordergrund stehen, ist es in dem anderen Teil die Bewertung von nicht materiellen lexika lischen Transfers wie otkladyvat' na dlinnuju skamejku 'auf die lange Bank schieben', wobei die Urteile Bilingualer mit denjenigen einer monolingualen Kontrollgruppe verglichen werden.

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VAN LEEUWEN-TURNCOVÁ, Jirina; STRÁNIKOVÁ, Jana: Schreiben im Alltag des 19. Jahrhunderts. Band 2: Tschechisch-deutsche Synthesen - Partnerbeziehungen der Wiedergeburtszeit. München - Berlin, 2012. ISBN 978-3-86688-228-7. Br., 489 S., Quellen- und Literaturverz., 38,00 Euro, (Best.Nr. 3167, eBook (PDF)Bei Kubon & Sagner bestellen)Leseprobe

Im 2. Band ihrer Untersuchung zur Alltagskorrespondenz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konzentrieren sich die Autorinnen auf briefliche Kontakte sprachlich gemischter Partnerbeziehungen und ihr familiäres Umfeld. Vorgestellt wird neben der Korrespondenz der ersten Schriftstellerinnen mit deutschsprachlichen Wurzeln die Partnerkorrespondenz zwischen J. Jungmann und J. Swietecky, J.E. Purkyně und J. Rudolphi, P.J. Schaffarik und J. Ambrosi, F.L. Celakovský und M. Wenta sowie A. Reis, Briefe von K.S. Amerling, J.F.Frič und J.Reis, A. Brauner und A. Neumann, K.H.Borovský, seiner Verlobten F. Weidenhofferová und seiner Ehefrau J. Sýkorová, Korrespondenz zwischen V.Fingerhut/Náprstek und seiner Geliebten K. Krákorová sowie der späteren Ehefrau J. Krízková und anderer Personen. Vom besonderen Interesse ist die Korrespondenz in den Herkunfsfamilien von F. Palacký, J. Miechura, F. Rieger, J.V. Frič und P.J. Schaffarik sowie die deren Nachkommen. Auch dieser Band enthält zur Illustration der soziokulturellen Verhältnisse Genealogien der einzelnen Familien, die die Rolleninhalte von Frauen erahnen lassen.

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Konzepte der Kreativität im russischen Denken. Literatur und Philosophie II. Herausgegeben von Nadezda Grigor'eva, Schamma Schahadat, Igor' P. Smirnov, und Irina Wutsdorff. München-Berlin-Wien, 2012. ISBN 978-3-86688-222-5. Geb., 200 S., 36,90 Euro, (Best.Nr. 7780, eBook (PDF)Bei Kubon & Sagner bestellen)Leseprobe

Kreativität kommt in der russischen Kultur nicht nur in der Literatur sondern auch in der Philosophie eine wichtige Rolle zu; sie steht spätestens seit der weit verbreiteten Schelling-Begeisterung Anfang des 19. Jahrhunderts im Zentrum grundsätzlicher Auseinandersetzungen. Dabei ist die ,Schaffenskraft' (tvorčestvo) nicht nur Gegenstand der Reflexion, sondern häufig selbst mediale Praxis, wird Philosophie im russischen Denken doch oftmals weniger als analytische Leistung denn selbst als kreativer Akt aufgefasst. Dies hängt auch mit dem engen Wechselverhältnis zusammen, in dem Literatur und Philosophie in der russischen Kultur zueinander stehen. Da die Philosophie sich - auch aus institutionellen und machtpolitischen Gründen - relativ spät als eigenständige Disziplin herausbilde(n konn)te, übernahm die Literatur häufig Funktionen, die - zumindest in Westeuropa - der Philosophie vorbehalten waren. Den Schwerpunkt bildeten dabei Fragen, die im westeuropäischen System der praktischen Philosophie zugeschlagen werden, so dass in der Literatur häufig neue Lebensentwürfe kreiert wurden.

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KATZ, Monika: F. A. Koni und das russische Vaudeville. Zur Geschichte des Unterhaltungstheaters in St. Petersburg 1830-1855. München - Berlin, 2012. ISBN 978-3-86688-165-5. Br., 414 S., mit Literaturverz., Personenregister, 38,00 Euro, (Best.Nr. 2093, eBook (PDF)Bei Kubon & Sagner bestellen)Leseprobe

In den Jahren 1830 bis 1855 beherrschten kurze Stücke voller Witz und Spielfreude die Bühnen der russischen Hauptstadt: Das Vaudeville, ein theatraler Migrant aus Paris, bot einem neuen urbanen Publikum Freizeitspaß und Unterhaltung. Es goutierte das Geschehen auf der Bühne, applaudierte seinen Stars und freute sich an dem teilweise bissigen Witz, mit dem Themen der Tagesaktualität angesprochen wurden. Platt, unglaubwürdig, trivial und für Russland ungeeignet - so lautete hingegen der Vorwurf der Kritik an das schwungvolle Genre. F. A. Koni (1809-1879) war einer der erfolgreichsten Autoren von Vaudevilles, gleichzeitig aber auch ein unerbittlicher Kritiker. Als aufstrebender Theaterenthusiast gelang ihm mit Hilfe des Vaudevilles der Einstieg in das Milieu des Theaters, seine idealistischen Wertvorstellungen konnte er nicht verwirklichen. Der kulturwissenschaftliche Ansatz der Untersuchung erlaubt es, das Vaudeville in seiner Bedeutung für die Geschichte d es russischen Theaters und für die Verankerung des Theaters in der urbanen Gesellschaft als Ort der öffentlichen Meinungsbildung zu beschreiben.

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